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Das ROG Flow Z13-KJP ist die Kojima-Productions-Edition des Flow Z13 von ASUS aus dem Jahr 2025 (Modell GZ302EAC): ein AMD Ryzen AI Max+ 395 und 128 GB LPDDR5X, die sich CPU und GPU teilen, alles in einem 13,4-Zoll-Tablet mit abnehmbarer Tastatur. Auf dem Papier ist es die Traummaschine für KI-gestütztes Programmieren: Platz für lokale Modelle neben einem Rust-Workspace, und das in einer Tasche.
Ich habe es mehr als einen Monat lang als tägliches Arbeitsgerät unter CachyOS mit Hyprland genutzt. Anfangs war es großartig. Dann fing es an abzustürzen, und ich habe viele Abende damit verbracht, herauszufinden, warum. Ich gebe es zurück. Wer dieses Gerät oder sein Geschwistermodell, das ProArt PX13, für anspruchsvolle Entwicklungsarbeit in Betracht zieht: Das hier hätte ich gern vorher gewusst.
Die Kurzfassung#
- Die Anschlüsse sind knapp. Meine beiden Monitore belegen die zwei USB4-Ports, damit bleibt für alles andere ein USB-A-Port mit 10 Gbps.
- Für den Clamshell-Modus gibt es unter Linux keine saubere Einrichtung, und ein Fehler dabei bedeutet einen Laptop, der in der Tasche gart.
- Kein ASUS Pen 3.0. Das neuere ProArt PX13 unterstützt ihn, das Z13 nicht.
- Der SSD-Steckplatz ist M.2 2230, und jedes Laufwerk dieser Größe ist DRAM-los.
- Meine Ersatz-SSD, eine Kingston NV3 mit 2 TB, ist zwölfmal ausgefallen, und es war kein Hitzeproblem.
- Es ist ein Tablet mit Kickstand, was im Auto eine Qual ist.
- Unter anhaltender Kompilierlast überhitzt es und schaltet sich ab, selbst wenn die Lüfter auf voller Drehzahl laufen.
1. Zwei USB4-Ports und ein USB-A-Port#
Das Z13 hat zwei USB4-Ports vom Typ C (40 Gbps, DisplayPort und Laden), einen HDMI-2.1-Port, einen einzelnen USB-3.2-Gen-2-Port vom Typ A mit 10 Gbps, einen microSD-Kartenleser und eine Kopfhörerbuchse.
Mit zwei externen Monitoren an den beiden USB-C-Ports sind beide USB4-Ports belegt. Mein Dock landete am USB-A-Port, der keinen Displayausgang hat, nicht lädt und nur ein Viertel der Bandbreite bietet. Für ein Gerät, das damit beworben wird, einen kompletten Schreibtisch-Arbeitsplatz zu betreiben, ist das ein knappes Budget.
2. Clamshell-Modus: schnell falsch eingerichtet, und dann wird es teuer#
Die Tastatur über den Bildschirm klappen und mit externen Monitoren arbeiten, das klingt trivial. Unter Linux wird das aber nicht automatisch eingerichtet, und der Fehlerfall ist der schlimmstmögliche: Das Gerät bleibt bei geschlossenem Deckel wach und gart sich langsam selbst in der Tasche.
Nach mehreren selbst geschriebenen Skripten sind es am Ende drei Zeilen Konfiguration für systemd-logind, die sich endlich korrekt verhalten. logind weiß bereits, ob externe Displays angeschlossen sind:
# /etc/systemd/logind.conf.d/10-gz302-lid.conf
[Login]
HandleLidSwitch=suspend # im Akkubetrieb, kein externes Display: Standby
HandleLidSwitchExternalPower=ignore # am Netzteil: nie wegen falsch gezählter Displays in Standby gehen
HandleLidSwitchDocked=ignore # externes Display angeschlossen: weiterlaufenDer Standby selbst brauchte auf diesem Board mehr Arbeit. Ich musste:
- Panel Self-Refresh deaktivieren (
amdgpu.dcdebugmask=0x610), sonst bleibt der interne Bildschirm nach dem Aufwachen schwarz; - die USB-Schnittstellen des Tastaturcovers nach dem Aufwachen neu binden, weil sie stumm zurückkommen;
- den Kameratreiber (
amd_isp4) auf die Blacklist setzen, der das Gerät beim Aufwachen aufhängt, und dafür auf die Webcam verzichten; - verhindern, dass der USB4-Controller das Gerät aufweckt.
Nichts davon ist exotisch, aber dokumentiert ist es auch nirgends.
3. Kein ASUS Pen 3.0#
Das Z13 unterstützt den ASUS Pen 2.0 (SA203H, MPP 2.0). Das Nachfolgemodell ProArt PX13 unterstützt den neueren ASUS Pen 3.0 (SA205H). Wer auf den aktuellen Stift gehofft hat, ist mit dem Z13 beim falschen Gerät.
4. M.2 2230 und was DRAM-lose SSDs für Builds bedeuten#
Sowohl das Z13 als auch das PX13 nehmen eine einzelne SSD im Format M.2 2230 auf. Bei 30 mm Länge ist kein Platz für einen DRAM-Chip, deshalb ist in der Praxis jedes Laufwerk, das es in dieser Größe zu kaufen gibt, DRAM-los. Ein solches Laufwerk zweigt einen kleinen Teil des System-RAMs (HMB) für seine Zuordnungstabellen ab und fängt Schreibvorgänge in einem schnellen SLC-Cache direkt auf dem Flash ab. Sobald eine lange Serie von Schreibvorgängen diesen Cache gefüllt hat, fällt die Geschwindigkeit auf das, was der rohe Flash-Speicher schafft.
Für Rust ist das relevant. Debug-Builds schreiben Gigabytes an Artefakten, immer und immer wieder. Die Auswahl an Laufwerken ist klein, und das Laufwerk muss einiges einstecken.
5. Die Kingston NV3, die immer wieder ausfiel#
Das mitgelieferte 1-TB-Laufwerk war zu klein, also baute ich eine Kingston NV3 mit 2 TB ein (2230, Controller Silicon Motion SM2268XT2, Firmware SDX01100). Anfangs lief sie problemlos. Dann begann das Gerät einzufrieren, und das Dateisystem schaltete auf schreibgeschützt um. Lokale Logs überlebten nie, also streamte ich das Kernel-Log per UDP auf einen Raspberry Pi. Jedes Mal war der Controller des Laufwerks selbst abgestürzt:
nvme nvme0: controller is down; will reset: CSTS=0x3, PCI_STATUS=0x10
nvme nvme0: Disabling device after reset failure: -19
BTRFS: error (device nvme0n1p2 state EA) in ... Transaction aborted (error -5)CSTS=0x3 bedeutet Controller Fatal Status: Die Firmware der SSD hat aufgegeben, und das Laufwerk ist vom PCIe-Bus verschwunden. Ich habe das zwölfmal in einem Monat aufgezeichnet. Es lag nicht an der Hitze. Beim letzten Ausfall war das Gerät fast im Leerlauf (29 W, 55 °C), und das Laufwerk selbst lag bei etwa 34 °C.
| Was ich versucht habe | Ergebnis |
|---|---|
Wechsel der NVMe-Energiezustände deaktivieren (nvme_core.default_ps_max_latency_us=0) | erneut abgestürzt |
PCIe-ASPM deaktivieren (pcie_aspm=off) | erneut abgestürzt |
| LTS-Kernel 6.18 | erneut abgestürzt |
| BIOS 301 → 304 | erneut abgestürzt |
| Firmware-Update | Kingston bietet keins für SDX01100 an |
| Gerät nach einem Absturz entfernen und neu scannen | kam ohne komplettes Ausschalten nie zurück |
Außerdem bleibt SMART bei alldem sauber. Ein Controller, der hängt, kann seinen eigenen Hänger nicht protokollieren.
Ich hatte nur ein Exemplar, daher kann ich nicht sagen, dass jede NV3 das tut. Ich kann sagen, dass meine es getan hat, dass keine Software-Einstellung geholfen hat und dass dieselbe 2230-Einschränkung auch für das PX13 gilt. Wer auf einem der beiden Geräte viel kompiliert, sollte das Laufwerk mit Bedacht wählen und die Build-Verzeichnisse an einem Ort ablegen, dessen Verlust zu verschmerzen ist.
6. Kein Laptop fürs Auto#
Das Z13 ist ein Tablet. Der Bildschirmwinkel wird von einem Kickstand auf der Rückseite bestimmt, nicht von einem Scharnier. Auf dem Schreibtisch ist das in Ordnung. Auf dem Schoß in einem fahrenden Auto hält nichts den Winkel, und ich habe das Arbeiten im Auto aufgegeben.
7. Hitze: die zweite Todesursache#
Nach der SSD gab es eine zweite Art von Absturz, und von außen sah sie identisch aus: Einfrieren, Power-Taste gedrückt halten. Die Logs erzählten eine andere Geschichte. Das Kernel-Log brach einfach mitten in der Zeile ab, ganz ohne Fehlermeldung. Das Gerät hatte schlagartig keinen Strom mehr.
Fünf davon passierten unter anhaltender Last (cargo-Builds, lokale Inferenz), und alle lagen innerhalb eines einzigen Grads:
| Letzter Messwert vor dem Abschalten | CPU-Temperatur | SoC-Leistung | Lüfter (RPM) |
|---|---|---|---|
| 28. Sep., 13:28 | 86,00 °C | 62,5 W | 6500 / 6900 |
| 28. Sep., 17:55 | 85,25 °C | 62,6 W | 5700 / 6100 |
| 29. Sep., 07:44 | 85,75 °C | 60,1 W | 6400 / 6800 |
| 29. Sep., 13:06 | 85,38 °C | 67,1 W | 6400 / 6800 |
| 29. Sep., 14:04 | 86,00 °C | 66,1 W | 8600 / 8600 |
Fünf Abschaltungen innerhalb von weniger als einem Grad: Das ist eine Abschaltschwelle, kein unkontrolliertes Aufheizen. Bei der Suche danach fand ich einen echten Bug: Die Lüfterkurve erreichte bei 70 °C ihr Maximum von 64 %. Ich habe ihn behoben, die Lüfter liefen auf voller Drehzahl, und das Gerät schaltete sich trotzdem bei 86,00 °C ab, siehe die letzte Zeile oben. Über die gesamte Aufzeichnung verbrachte die CPU fast die Hälfte der Zeit bei 84 °C oder mehr. Dieses Gehäuse bekommt den Chip unter anhaltender Volllast nicht in den Griff. Ich habe es zurückgegeben, bevor ich das letzte Experiment, ein niedrigeres Leistungsprofil, abschließen konnte.
Fazit: lieber einen Desktop kaufen#
Wer 128 GB Unified Memory für KI-Coding will (lokale Modelle, große Builds, alles gleichzeitig), sollte sie nicht in ein Tablet stecken. RAM ist gerade schmerzhaft teuer. Wer für 128 GB bezahlt, sollte sie dort einsetzen, wo sie mit voller Leistung laufen können.
Der Framework Desktop nutzt denselben Ryzen AI Max+ 395 mit bis zu 128 GB, hat zwei Steckplätze für M.2 2280 statt eines einzigen für 2230 und echte Lüfter mit Platz zum Atmen. Das Z13 ist ein wunderschönes Stück Technik, und als Tablet, auf dem man spielen kann, ist es beeindruckend. Als Entwicklungs-Workstation lief es heiß, hatte zu wenige Anschlüsse und hat eine SSD gefressen. Meins geht zurück.